911 wird hybrid

Hybris und hybrid, nur ein kleiner Buchstabe liegt dazwischen doch bestimmt so viel mehr Gewicht? Ist es die eigene Hybris, die meint, dass ein 911er bitteschön nur mit Super zu betreiben ist? Weil alles andere nicht nach Elfer klingt? Akustisch jetzt und so. Wobei ein Elfer nicht mit einem Alfasud mithalten kann, was den reinen Sound angeht. Die späten G-Modelle klingen halt nicht spektakulär. Es sei denn, es ist dieser andere Endtopf verbaut. Selbst die Spiegeleier röhren dreimal geiler als der Carrera 3,2 Liter. Aber nun kommt wohl nach 5 Millionen Testkilometern der erste 911er, der auch ganz leise elektrisch anfahren kann. Hilft auch mit dem Nachbarn.

Dieser neuartige Performance-Hybrid macht den 911 noch dynamischer.

Frank Moser, Baureihenleiter 911

Das Pressefoto mit dem Kamel hat mich so gepackt, dass ich dachte, komm‘ das ist es wert, dass ich meine Arbeit mal kurz unterbreche und ein paar Zeilen schreibe. Daher nun eine Blitzauseinandersetzung mit der Hybridisierung einer Ikone. Frank Moser ist der Baureihenleiter des 911 und wird in Porsches Presseaussendung zitiert mit: „Dieser neuartige Performance-Hybrid macht den 911 noch dynamischer.“ Noch dynamischer also. Ich hätte lieber gelesen, dass dieser 911er noch leichter gemacht worden wäre. Aber leider werden alle Autos immer größer und schwerer und dann stärker, um das alles wieder auszugleichen. Und die Ingenieure werden immer besser, dem Fahrer zu suggerieren, dass die Fuhre so leichtfüßig geht wie früher. Mit Hinterachslenkung und bald sogar Asphaltoberflächenbeobachtung in Kombination mit aktivem Fahrwerk.

Also, untenrum wird sicherlich mit dem E-Modul reingeboostet, damit das Turboloch zugebügelt wird. So ein Hybrid-Paket bietet sicherlich auch die Möglichkeit Schaltpausen zu überspielen, in dem bei plötzlichem Vollgas beim Ortsausgang noch 1100 U/min im 6. Gang anliegen und das Getriebe noch die Zahnräder zählen muss, bis das mit der Drehmomentkurve vielleicht im 2. Gang besser passt. Dieses Boostpaket ist ähnlich wie beim Mandalorian, es wird zwar nicht auf den Rücken geschnallt, aber irgendwo ins Packaging der 992er Karosse muss es gepresst worden sein. Und wie beim Mandalorian muss es sich selbst ja auch fliegen lassen können. Die Pressemeldung ist eher ein Teaser, denn wirkliche technische Details werden noch nicht verraten. Der Teaser ist die Nordschleifenrundenzeit, die jetzt bei 7:16,934 liegt, ganze 8,7 Sekunden schneller als sein hybrid-freies Pendant. Um welches es sich handelt, wird leider verschwiegen. Ich tippe mal auf den 992 Carrera S. Gefahren wurde die Runde mit dem schwarzen Vorserien-911-Hybrid von Jörg Bergmeister und dem optional erhältlichen stehenden Heckflügel auf der Serienbereifung.

Jetzt frage ich mich, wo ist die Batterie untergebracht? Muss wohl vorne rein. Ist der E-Motor auch vorne? Oder im Getriebe? Wieviele Kilometer kann er rein elektrisch fahren? Ist es ein Plug-in Hybrid? Und wieviel wiegt die ganze Technik? Sind wir jetzt bei so ca. 1720 kg? Also ungefähr zwei Alfasuds zusammen? Auch wenn sich das ganze sicherlich wieselflink anfühlen wird, die Masse der Trägheit geht ja nicht einfach so weg. Ich muss das mal ausprobieren!

Testprogramm 911 Hybrid
911 Hybrid Erprobung in Dubai, photo copyright: Porsche AG
7:16,934 auf der Nordschleife. 911 Hybrid
Jörg Bergmeister im 911 Hybrid auf der Nordschleife, photo copyright: Porsche AG

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